Seit 1881
Über 140 Jahre Schützentradition
Was 1881 mit 25 Schützen in einem Wirtshaus begann, ist heute ein lebendiger Verein mit moderner Anlage, sportlichem Ehrgeiz und festem Zusammenhalt. Ein Blick auf über 140 Jahre Vereinsgeschichte:
1881
25 Männer gründen die „Schützengesellschaft zum fröhlichen Abend“ – den ersten Schützenverein im Hachinger Tal.
um 1900
Erste Blütezeit: 1907 zählt der Verein 67 Mitglieder – rund 10 % der Bevölkerung.
1934
Die Schützenkette wird gestiftet – bis heute das Zeichen der Schützenkönigswürde.
1972
Wiedergründung nach Krieg und Waffenverbot – der Schießbetrieb beginnt erneut.
1978
Eigenes Schützenheim „Haus des Sports“ mit 10 Ständen wird eingeweiht.
1996
Modernes Schützenheim am Köglweg: 20 Schießstände auf zwei Ebenen.
Gründung im Hachinger Tal (1881)
In den 1870er- und 1880er-Jahren gab es einen wahren Gründungsboom von Sportschützenvereinen, der an die jahrhundertealte Tradition der Schützenbruderschaften und Schützengilden anknüpfte. Vor über 140 Jahren schlossen sich 25 Männer aus Taufkirchen zusammen und gründeten am 1. Oktober 1881 den ersten Schützenverein im Hachinger Tal – die „Schützengesellschaft zum fröhlichen Abend“.
In Artikel 1 der „Neuauffrischung der Statuten“ aus dem Jahr 1886 heißt es: „Die Gesellschaft hat den Zweck, gesellige und gemütliche Veranstaltungen unter seinen Mitgliedern zu fördern und alle vierzehn Tage einmal zu schießen.“ Wann der Schießbetrieb begann, weiß heute niemand mehr genau – das erste Schützenbuch beginnt mit dem Eintrag „Viertes Schießen, den 31. Dezember 1881“. Geschossen wurde beim Tafern-Wirt Korbinian Stumpf, dem heutigen Gasthof „Trenner“: In der Gaststube standen ein transportabler Schützenstand und ein mechanischer Scheibenstand, auf den mit dem Zimmerstutzen geschossen wurde.
Blütezeit, Kriege und Wiederaufbau (um 1900–1945)
Seine erste Blütezeit erlebte der Verein um die Jahrhundertwende: 1907 zählte er 67 Mitglieder – rund 10 Prozent der Taufkirchner Bevölkerung. Typisch für einen ländlich geprägten Schützenverein konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Monate Oktober bis März, in den Frühjahrs- und Sommermonaten ruhte der Verein. Das Endschießen am 18. März 1914 war das letzte für vier Weltkriegsjahre; erst zum Silvesterschießen 1918 traf man sich wieder – mit erfreulich hoher Beteiligung von 43 Schützen.
In den Zwanzigerjahren, der Zeit der großen Wirtschaftskrise, kamen die Aktivitäten fast zum Stillstand. Ab 1930 ging es wieder aufwärts: Die Jahre 1930 bis 1940 bescherten dem Verein eine zweite Blütezeit. Zu Beginn seines 50. Vereinsjahres trat er am 1. Oktober 1930 dem „Bayerischen Sportschützenbund“ bei und konnte fortan an überregionalen Wettkämpfen teilnehmen. 1934 wurde aus wertvollen Talern und Münzen die Schützenkette gestiftet – bis heute das Symbol der Schützenkönigswürde.
Der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen: Am 19. Mai 1942 wurde der Wettkampfbetrieb eingestellt. Nach dem Zusammenbruch 1945 war der Besitz von Waffen bei schwerer Strafe verboten, die Schützen mussten ihre Stutzen abliefern. An ein Reaktivieren war lange nicht zu denken – so trafen sich die Schützen vom „Fröhlichen Abend“ nur noch von Zeit zu Zeit zu geselligen Abenden.
Wiedergründung und Aufschwung (1972–1981)
Auf Initiative Taufkirchner Neubürger wurde der Verein am 10. März 1972 als „Schützengesellschaft ‚Fröhlicher Abend‘ Taufkirchen 1881 e. V.“ wiedergegründet. Als Gast des Patenvereins „Schützenfreunde Oberhaching“ nahm man am 4. April 1972 auf dem Schießstand der Gaststätte Furth in Oberhaching den geregelten Schießbetrieb wieder auf. 1974 fanden die ersten Jugendlichen zum Verein, 1976 begann der Aufbau einer Jugendschützengruppe, die in den Folgejahren sehr erfolgreich wurde.
1978 erfüllte sich der langgehegte Wunsch nach einem eigenen Schießstand: Mit dem Eröffnungsschießen am 17. März 1978 wurde im „Haus des Sports“ am Taufkirchner Postweg eine vorbildliche Anlage mit 10 Einzelständen und einem eigenen Schützenstüberl eingeweiht – der Beginn der dritten Blütezeit. 1979 zählte der Verein bereits 100 Mitglieder, vor allem Jugendliche traten ein.
1981 wurde die Schützengesellschaft hundert Jahre alt. Nach Schützentradition wurde das Jubiläum vom 14. bis 17. Mai 1981 mit einer Reihe von Festtagen und der Weihe einer eigenen Vereinsfahne gefeiert; aus diesem Anlass richtete der Verein das 51. Sektionsschießen aus. Bis heute verzeichnet die Schützengesellschaft in Einzel- und Mannschaftswettbewerben herausragende Erfolge – in allen Klassen stellt sie Gau-, Bezirks-, Landes- und Deutsche Meister.
Die moderne Schießanlage (ab 1996)
Mitte der Achtzigerjahre entschied die Gemeinde Taufkirchen, am Köglweg ein Sport- und Freizeitzentrum zu errichten – für die Schützen die Chance auf eine größere, modernere Anlage. Das Bauvorhaben wurde von 1994 bis 1996 realisiert; am 1. März 1996 konnten die Schützen ihr neues Schützenheim einweihen: 20 Schießstände auf zwei Ebenen, eine große, gemütliche Schützenstube und Nebenräume. Die Bedingungen für Luftgewehr, Luftpistole, Zimmerstutzen und Armbrust sind seither ideal. Auf der neuen Anlage richteten die Taufkirchner 1998 das 68. Sektionsschießen aus.
In den Folgejahren wurde die Anlage mit elektronischen Schießständen modernisiert – die Schützengesellschaft ist technisch bestens gerüstet. Solange die Begeisterung für den Schützensport, sportliche Fairness und ein freundlicher Umgang vorherrschen, ist die Zukunft des Vereins gesichert – getreu dem Wahlspruch auf der Vereinsfahne:
Wenn Treu und Frohsinn walten, bleibt der Verein erhalten!
Vereinschronik: Hanns Peter Wagner
Schau vorbei, wir freuen uns auf Dich!
Kostenloses* Probetraining jeden Dienstag & Freitag ab 19 Uhr. Bitte vorab kurz per E-Mail anmelden.
* Für Erwachsene fällt 1 € für eine Tagesversicherung an.

