Unser Verein



Schießen – ein Sport für jung und alt: Unsere Vereinsbroschüre bietet Ihnen einen Einblick in unseren Schützenverein und den Schießsport. Überzeugen Sie sich selbst indem Sie einfach mal vorbeikommen.

Kurzchronik

In den Siebziger- und Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts gab es einen wahren Gründungsboom von Sportschützenvereinen, der an die viele Jahrhunderte alte Tradition der Schützenbruderschaften und Schützengilden anknüpfte. Vor 135 Jahren schlossen sich 25 Männer aus Taufkirchen zusammen und gründeten am 1. Oktober 1881 den ersten Schützenverein im Hachinger Tal, die „Schützengesellschaft zum fröhlichen Abend“.

In Artikel 1 der „Neuauffrischung der Statuten der Schützengesellschaft zum fröhlichen Abend“ aus dem Jahr 1886 heißt es: „Die Gesellschaft hat den Zweck, gesellige und gemütliche Veranstaltungen unter seinen Mitgliedern zu fördern und alle vierzehn Tage einmal zu schießen.“ Wann mit dem Schießbetrieb angefangen wurde, weiß niemand mehr. Das erste Schützenbuch beginnt mit der Eintragung „Viertes Schießen, den 31. Dezember 1881“. Geschossen wurde beim Tafern-Wirt Korbinian Stumpf zu Taufkirchen, dem heutigen Gasthof „Trenner“. In der Gaststube gab es einen transportablen Schützenstand und einen mechanischen Scheibenstand, an dem die vierringigen Scheiben befestigt wurden. Auf diese wurde mit dem Zimmerstutzen geschossen.
Seine erste Blütezeit erlebte der Verein um die Jahrhundertwende. 1907 hatte der Verein 67 Mitglieder, das waren etwa 10 Prozent der Taufkirchner Bevölkerung. Typisch für einen ländlich geprägten Schützenverein war, daß die Vereinsaktivitäten auf die Monate Oktober bis März konzentriert waren. In den Frühjahrs- und Sommermonaten ruhte der Verein. Das Endschießen am 18. März 1914 war das letzte für vier Weltkriegsjahre. Erst zum Silvesterschießen 1918 traf man sich wieder mit erfreulich hoher Beteiligung von 43 Schützen. In den Zwanzigerjahren, der Zeit der großen Wirtschaftskrise, kamen die Aktivitäten der Schützengesellschaft fast zum Stillstand. Doch ab dem Jahr 1930 ging es wieder aufwärts. Die Jahre 1930 bis 1940 bescherten dem Verein eine zweite Blütezeit. Die Schützengesellschaft trat zu Beginn seines 50. Vereinsjahres am 1. Oktober 1930 dem „Bayerischen Sportschützenbund Gau I, Sektion München-Ost-Land“ bei und konnte damit an den Wettbewerben der Sektion und an überregionalen Wettkämpfen teilnehmen. 1934 wurde aus wertvollen Talern und Münzen die Schützenkette, das Symbol der Schützenkönigswürde, gestiftet. Der zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen. Am 19. Mai 1942 wurde der Wettkampfbetrieb eingestellt, und er sollte für lange Zeit nicht wieder aufgenommen werden. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 war der Besitz von Waffen bei schwerer Strafe verboten. Die Schützen mußten ihre Stutzen abliefern. Auch als die Verhältnisse im Lande sich allmählich wieder normalisierten, war an das Reaktivieren der Schützengesellschaft nicht zu denken. So trafen sich die Schützen vom „Fröhlichen Abend“ von Zeit zu Zeit im alten Freundeskreis nur noch zu geselligen Abenden.

Durch Initiative von Taufkirchner Neubürgern wurde der Schützenverein am 10. März 1972 als „Schützengesellschaft ‘Fröhlicher Abend’ Taufkirchen 1881 e. V.“ wiedergegründet. Als Gast des Patenvereins „Schützenfreunde Oberhaching“ konnte der Verein auf dem Schießstand in der Gaststätte Furth in Oberhaching am 4. April 1972 den geregelten Schießbetrieb wieder aufnehmen. 1974 fanden die ersten am Schützensport interessierten Jugendlichen zum Verein. 1976 wurde mit dem Aufbau einer Jugendschützengruppe begonnen, die in den Folgejahren sehr erfolgreich wurde. 1978 erfüllte sich für den Verein der langgehegte Wunsch nach einem eigenem Schießstand. Nach vielen Arbeitsstunden konnten mit dem Eröffnungsschießen am 17. März 1978 im neuerrichteten „Haus des Sports“ am Taufkirchner Postweg eine vorbildliche Schießanlage mit 10 Einzelständen und ein eigenes Schützenstüberl eingeweiht werden. Damit begann für die Schützengesellschaft die dritte Blütezeit. 1979 hatte der Verein bereits 100 Mitglieder, und die Mitgliederzahl stieg stetig an. Vor allem traten Jugendliche ein. 1981 wurde die Schützengesellschaft hundert Jahre alt. Nach Schützentradition wurde dieses Jubiläum mit einer Reihe von Festtagen vom 14. bis 17. Mai 1981 und Weihe einer eigenen Vereinsfahne gefeiert. Aus Anlaß des Jubiläums veranstaltete die Schützengesellschaft das 51. Sektionsschießen vom 24. April bis 10. Mai 1981. Sowohl in den Einzel- als auch in den Mannschaftswettbewerben kann der Verein bis heute viele herausragende Erfolge verzeichnen. In allen Klassen hat die Schützengesellschaft Gau-, Bezirks-, Landes- und deutsche Meister in ihren Reihen.

Mitte der Achzigerjahre entschied die Gemeinde Taufkirchen, am Köglweg ein Sport- und Freizeitzentrum zu errichten. Für die Schützen bot sich die Chance einer größeren und moderneren Schießanlage. Das Bauvorhaben wurde in den Jahren 1994 bis 1996 realisiert. Am 1. März 1996 konnten die Schützen ihr neues Schützenheim einweihen. Es besteht aus 20 Schießständen in zwei Ebenen, einer großen und gemütlichen Schützenstube und Nebenräumen. Die Wettkampf- und Trainingsbedingungen für die Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole, Zimmerstutzen und Armbrust sind ideal. Auf dieser neuen Anlage veranstalteten die Taufkirchner Schützen das 68. Sektionsschießen vom 17. April bis 2. Mai 1998. Wie andere Sportlerinnen und Sportler wollen auch die Schützen ihre Leistungen ständig verbessern und mit immer größerer Genauigkeit messen. Material und Technik von Sportgerät und Kleidung passen sich diesen Anforderungen durch Weiterentwicklung an. Die Taufkirchner Schützen folgen diesem Trend und werden in diesem und im nächsten Jahr ihre Schießanlage mit elektronischen Schießständen modernisieren. Die Schützengesellschaft ist technisch bestens gerüstet. Wenn die Begeisterung für den Schützensport nicht nachläßt, sportliche Fairneß und freundlicher Umgang weiterhin vorherrschen, ist die Zukunft des Vereins gesichert, getreu dem Wahlspruch der Vereinsfahne: „Wenn Treu’ und Frohsinn walten, bleibt der Verein erhalten!“

(Hanns Peter Wagner)